{"id":211,"date":"2022-06-04T09:52:00","date_gmt":"2022-06-04T09:52:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.futuresurance.de\/?p=211"},"modified":"2025-02-12T13:59:21","modified_gmt":"2025-02-12T13:59:21","slug":"future-insurance-transformation-fit-fur-die-digitale-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.futuresurance.de\/?p=211","title":{"rendered":"Future Insurance Transformation: Fit f\u00fcr die digitale Zukunft"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Versicherungswirtschaft bewegt sich zwischen regulatorischen Vorgaben, Digitalisierung, neuen Wettbewerbern und ver\u00e4ndertem Kundenverhalten. Dieser Spagat zwischen Regulatorik und digitaler Innovation stellt Versicherungsunternehmen vor die Kernfrage: Make or buy?<\/p>\n\n\n\n<p>Die digitale Transformation soll in Versicherungen wesentlich dazu f\u00fchren, die Prozesse effizienter zu gestalten, die Kosten zu senken und den Kunden moderne Services und exzellente Kundenerlebnisse anzubieten. Zu diesen Herausforderungen kommen zahlreiche regulatorische Anforderungen. Zudem ver\u00e4ndern sich die Unternehmens- bzw. IT-Architekturen massiv und die Art und Weise, wie sie betrieben werden. Der regulationskonforme Betrieb der Infrastruktur und die Entwicklung von eigenen Softwarel\u00f6sungen werden immer teurer. Dies sind wichtige Gr\u00fcnde die IT-Infrastruktur zu modernisieren bzw. zu flexibilisieren und sich von veralteten IT-Architektur-Paradigmen zu verabschieden. Der Weg in die Zukunft f\u00fchrt zu aktuellen Technologien wie Cloud Computing, K\u00fcnstliche Intelligenz, Robotergest\u00fctzte Prozessautomatisierung (RPA) und weiteren modernen IT-L\u00f6sungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Make or buy: Versicherer m\u00fcssen auf Modernisierungsdruck reagieren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Versicherungsunternehmen sind bereits digitale Unternehmen und stehen unter Modernisierungsdruck. Ohne den Einsatz von Informationstechnik, Software und weitgehend digitalisierten und kundenzentrierten Prozessen ist das Gesch\u00e4ftsmodell nicht mehr kosteneffizient und wettbewerbsf\u00e4hig abbildbar. Die IT-Systemwelt ist ein zentraler Wertsch\u00f6pfungsfaktor geworden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Modernisierungsdruck ist vor allem in den letzten Jahren entstanden, weil die eigenentwickelten Systeme in die Jahre gekommen sind. Die Mitarbeiter, welche die Systeme betreuen, erreichen oft das Rentenalter und Nachwuchs ist in Zeiten des demografischen Wandels und des daraus resultierenden \u201eWar for Talents\u201c schwer oder nur sehr teuer zu bekommen. Die Legacy-Systeme sind auch auf Grund technischer Rahmenbedingungen nur noch schwer zu warten und zu erweitern. Somit sind neue Anforderungen, egal ob gesetzliche oder individuelle, nur schwer umsetzbar. Die Integration in die Architekturlandschaft wird immer schwieriger und kostenintensiver. Ebenfalls sind dezentrale Systeme oft wirtschaftlich g\u00fcnstiger zu betreiben. Hinzu kommt wachsender Konkurrenzdruck durch neue InsureTech Start-Ups, die ihren digitalen Auftritt und entsprechende Prozesse schneller an Kundenw\u00fcnsche anpassen k\u00f6nnen. Diese Unternehmen haben hier einen Vorteil durch ihre Freiheit von technischen Altlasten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Abl\u00f6sung der Legacy-Systeme und die Implementierung einer modernen Architektur ist ein risikoreicher Prozess, der auch mit hohen Investitionen verbunden ist. Um Risiken zu minimieren, stehen Versicherungsunternehmen vor der Frage, ob und in welchem Umfang der Einsatz von Standardsoftware und Dienstleistern in Frage kommt. Die Entscheidung f\u00fcr oder gegen den Einsatz von Standardsoftware und Dienstleistern ist eine strategische und wird das Unternehmen auf Jahre hinaus pr\u00e4gen. Dies trifft vor allem zu, wenn es um Kernsysteme wie die Bestandsf\u00fchrung bzw. die Leistungs- und Schadenbearbeitung geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage \u201eMake or buy?\u201c ist daher zentral f\u00fcr die weitere Ausrichtung der IT-Organisation. Eine professionelle Analyse ist die Basis f\u00fcr die individuelle Entscheidungsfindung. Allgemein l\u00e4sst sich festhalten, dass Standardsoftware mittlerweile in allen Bereichen einer Versicherung eine echte Alternative ist, die IT- und Projektverantwortliche ernsthaft in Betracht ziehen sollten, wenn es darum geht, Systeme zu modernisieren. Je nach Anbieter und Unternehmensstrategie lassen sich zudem Synergieeffekte nutzen und eine neue IT-Plattform f\u00fcr den kompletten Versicherungsbetrieb erfolgreich umsetzen. Kostenreduktionspotenziale lassen sich realisieren und Gesch\u00e4ftsprozesse auch flexibler anpassen. Ebenfalls sind entsprechende Implementierungsprojekte sehr gut steuerbar.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Informationssicherheit: Trend zur Auslagerung von IT-Sicherheit an Spezialanbieter<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Trend zur Digitalisierung und zu \u00d6kosystemen bedeutet neben automatisierten und kundenzentrierten Prozessen auch, dass diese von Computersystemen abh\u00e4ngig werden. Die Schattenseite dieser Entwicklung ist, dass es immer wieder zu Datenleaks, -breaches und Cyberattacken kommt. So k\u00f6nnen Millionen von Nutzerdaten entzogen sowie gleichzeitig ganze IT-Systeme und damit der Versicherungsbetrieb, lahmgelegt werden. Die Assekuranz steht hier in der Pflicht sich selbst und Kundendaten zu sch\u00fctzen. Das bedeutet sowohl die eigenen IT-Systeme zu sch\u00fctzen als auch die Kunden selbst f\u00fcr Cyberattacken zu versichern. Um eine umfassende Sicherheit zu erm\u00f6glichen, haben sich nicht nur gro\u00dfe IT-Unternehmen, sondern auch Start-ups der Cybersicherheit angenommen. Sie bieten L\u00f6sungen f\u00fcr die Pr\u00e4vention, Erkennung sowie Reaktion.<\/p>\n\n\n\n<p>Versicherungsunternehmen k\u00f6nnen Cyberkriminalit\u00e4t vorbeugen, indem sie mit spezialisierten IT-Unternehmen und Start-ups kooperieren, die moderne Technologien wie k\u00fcnstliche Intelligenz, maschinelles Lernen, Biometrik und Cyber-Risiko-Management-Plattformen nutzen. Dadurch k\u00f6nnen Cyberattacken, kriminelle Aktivit\u00e4ten von Nutzenden oder Mitarbeitenden sowie Sicherheitsl\u00fccken in Login- und Zahlungsvorg\u00e4ngen schneller enttarnt werden. Investiert die Versicherungswirtschaft in Start-ups, so kann sie selbst neue L\u00f6sungen auf den Markt bringen, die Versicherte im privaten und wirtschaftlichen Bereich vor Cyberattacken sch\u00fctzen. Der zentrale Vorteil an der Akquisition junger Unternehmen liegt darin, dass L\u00f6sungen freier entwickelt und auf individuelle Anspr\u00fcche angepasst werden k\u00f6nnen. Bereits im Jahre 2017 hatte das Bundeswirtschaftsministerium diesen Zusammenhang erkannt und mit der Gr\u00fcndung des InsurTech Hubs in M\u00fcnchen im Rahmen der de:hub Initiative bereits die Zusammenarbeit zwischen gro\u00dfen Versicherungsunternehmen, Start-Ups und der akademischen Forschung gef\u00f6rdert.<\/p>\n\n\n\n<p>Je gr\u00f6\u00dfer Partnernetzwerke und Wertsch\u00f6pfungsketten der Versicherungsunternehmen sind, desto wichtiger sind effektive Schutzmechanismen gegen Cyberbedrohungen. Die Versicherungsbranche ben\u00f6tigt hier die L\u00f6sungen, die ihre IT jederzeit und \u00fcberall maximal widerstandsf\u00e4hig machen. Die Sicherheitskonzepte sollten pr\u00e4zise den gesch\u00e4ftlichen Anforderungen angepasst sein, um eine starke Verteidigung gegen Cyberangriffe aufzubauen, noch bevor sie geschehen. Mit einer fokussierten 360 Grad Analyse und Threat Intelligence, die auf typische Bedrohungsszenarien der Versicherungsbranche eingerichtet ist, ben\u00f6tigen Versicherungsorganisationen Cyber-Resilienz in ihrem gesamten \u00d6kosystem. Im Rahmen von Stress- bzw. Penetrationstests sollte die Verteidigung durch realistische Angriffssimulationen getestet werden. Dadurch k\u00f6nnen Unternehmen verstehen und sich vorstellen, wie Informationen im Einzelnen externalisiert und von Parteien, die ihnen schaden m\u00f6chten, genutzt werden k\u00f6nnen. Sicherheit wird h\u00e4ufig noch als gr\u00f6\u00dftes Hindernis einer Cloud-First Strategie gesehen, dabei kann Sicherheit in der Realit\u00e4t diese eher unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Cyber-Pr\u00e4ventionsmanagement und Awareness: Erst absichern, dann versichern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Parallel zur steigenden Digitalisierung der Wertsch\u00f6pfungsketten nehmen auch die Schlagzeilen \u00fcber erfolgreiche Cyber-Angriffe auf Organisationen zu. Neben Reputationsverlust drohen empfindliche bzw. existenzbedrohende finanzielle Einbu\u00dfen und, insbesondere beim Verlust sensibler Kundendaten, hohe Haftungsrisiken f\u00fcr das Unternehmen und deren Verantwortliche. Das Dilemma ist, dass auch die beste Cyber-Pr\u00e4vention keine 100% Sicherheit bieten kann, da kein Unternehmen vorab s\u00e4mtliche Sicherheitsl\u00fccken der eigenen Infrastruktur kennt und diese somit zu hundert Prozent sch\u00fctzen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt setzen sich Organe erheblichen Haftungsrisiken aus, wenn sie Cyberrisiken g\u00e4nzlich ignorieren und den Prozess der Risikoanalyse und Absicherung durch geeignete Versicherungsl\u00f6sungen nicht ansto\u00dfen. Im Rahmen der inhaltlichen Ausgestaltung, welche die Hinzuziehung von Spezialisten erfordert, sind die Haftungsrisiken hingegen eher gering. Sch\u00e4den aus nicht versicherten Cyberattacken k\u00f6nnen \u2013 wenn keine wissentliche Pflichtverletzung vorliegt \u2013 unter D&amp;O-Versicherungen versichert sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist allerdings sicher, dass Versicherungen alleine nicht ausreichen. Bevor ein Unternehmen \u00fcber den Abschluss einer Cyberpolice nachdenkt, sollte sichergestellt sein, dass entsprechende technische L\u00f6sungen implementiert sind, genug Fachexperten vorhanden sind, die Mitarbeiter sensibilisiert sind und strukturierte Informationssicherheitsprozesse existieren. Denn eine Versicherung kann vor Cyber-Gefahren sch\u00fctzen, aber sie n\u00fctzt nichts, wenn die eigene IT-Landschaft f\u00fcr Angreifer offen ist wie ein Scheunentor. Langfristige Investitionen in Pr\u00e4ventivma\u00dfnahmen sind daher zumeist g\u00fcnstiger als der Abschluss einer Versicherung bei l\u00fcckenhafter IT-Sicherheit. Vom Zeit- und Organisationsaufwand, der im Versicherungsfall entsteht, ganz abgesehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dienstleistersteuerung: Auslagerungsmanagement in Organisation professionalisieren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Dienstleistersteuerung entwickelt sich zu einer wichtigen Schaltstelle im Unternehmen. Gerade in besonders sicherheitskritischen Bereichen erfordert die Auslagerung von Diensten an Dritte ein hohes Ma\u00df an Vertrauen diesen gegen\u00fcber. Die Vertrauensgrundlage muss daher kontinuierlich \u00fcberpr\u00fcft werden. In Summe ist es die Aufgabe des Auslagerungsmanagements, eine einheitliche Auslagerungs- und damit Risikosteuerung zu etablieren. Dies ist nicht nur mit Blick auf die zu steuernden Risiken von zentraler Bedeutung, sondern sollte auch zu einer gesteigerten Effizienz im Auslagerungsmanagement f\u00fchren, was vor dem Hintergrund des \u00f6konomischen Drucks, unter dem die Versicherungsunternehmen in der aktuellen Marktsituation stehen, von wesentlicher Bedeutung ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier Artikel\u00a0<a href=\"https:\/\/digitaleweltmagazin.de\/future-insurance-transformation-fit-fuer-die-digitale-zukunft\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/digitaleweltmagazin.de\/future-insurance-transformation-fit-fuer-die-digitale-zukunft\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Versicherungswirtschaft bewegt sich zwischen regulatorischen Vorgaben, Digitalisierung, neuen Wettbewerbern und ver\u00e4ndertem Kundenverhalten. 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